Politik

40 Jahre Deutscher Herbst

27. September 2017

Momentan geistert es, neben den aktuellen Ereignissen zur Bundestagswahl, auch 40 Jahre danach omnipräsent, ebenso durch die Medien: Die Ereignisse des „Deutschen Herbst“ im Jahre 1977.

Doch was bedeutet „Deutscher Herbst“ eigentlich?

In Kurzfassung verbergen sich dahinter die Ereignisse/Höhepunkte des Spätsommers/Frühherbst des Jahres 1977. Im Grunde eigentlich eine recht kurze Zeitspanne, aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse jedoch eine Zeit die, selbst heute noch, immer wieder Ein- und Nachwirkungen, auch auf aktuelle Politdebatten hat.

Was ist passiert?

Der Beginn des Deutschen Herbst kann, auch wenn bereits im Verlauf des gesamten Jahres verschiedene Ereignisse stattgefunden haben, auf den 5. September 1977 datiert werden.

Mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der damit verbundenen Forderung nach einem Gefangenenaustausch inhaftierter RAF-Mitglieder wurde die Republik auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.

Hanns Martin Schleyer

Zum ersten Mal in der Geschichte hat die Bundesregierung unter Helmut Schmidt seinerzeit so etwas wie einen Ausnahmezustand verhängt. Es wurden Krisenstäbe einberufen (Großer Krisenstab) und in einem Eiltempo Gesetze verabschiedet wie es heute vermutlich undenkbar wäre. Die freie Berichterstattung durch die Medien wurde eingeschränkt, ein wirklicher Polizeistaat war in dieser Zeit so sichtbar wie nie zuvor.

Nicht bereit den Forderungen nachzugeben, kam es am 13. Oktober zur Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut. Mit einer Odyssee um die halbe Welt wurde der Deutsche Herbst damit auch global zur Schaubühne.

Die entführte Landshut-Maschine

Den Höhepunkt markiert die sog. „Todesnacht von Stammheim„.

Die erfolgreiche Geiselbefreiung der Landshut-Geiseln am 18. Oktober führte umgehend zum Selbstmord von 3 der 4 inhaftierten RAF-Mitglieder die auf diesem Wege freigepresst hätten werden sollen.

Die JVA Stuttgart-Stammheim

Der Deutsche Herbst endete mit der Ermordung von Hanns Martin Schleyer am 19. Oktober.

Selten stand die, damals noch junge, Bundesrepublik vor einer solchen Zerreißprobe wie in diesen beiden Monaten.

Heute, wo eine AfD mit 13% in den Bundestag einfährt bekommt man vielfach den Eindruck das Ende aller Tage sei gekommen und die Republik stehe kurz vor dem Niedergang. Auch das echauffieren heutiger Politiker über (eingeschränkte) Videoüberwachung bekommt eine andere Dimension – denn es reicht ein kurzer Rückblick auf die mittelbare Deutsche Geschichte um zu sehen das dieser Staat schon ganz andere Dinge überstanden hat.

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