Persönliches

(M)ein Monat ohne Führerschein

3. November 2017

Leider musste ich, wieder einmal, aufgrund eines bedauerlichen und keinesfalls beabsichtigten Zwischenfalls, meinen Führerschein für 4 Wochen in die Hände der Obrigkeiten übergeben. Wie man, als Vielfahrer, zumindest versuchen kann das beste daraus zu machen beschreibe ich in diesem Beitrag.

Zur Vorgeschichte: Ich war seinerzeit fahrfreudig und entspannt auf der A2 irgendwo in Niedersachsen auf der Autobahn. Dort war die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben. Als sicherheitsbewusster Fahrer habe ich den Tempomat auf die Option für entspanntes Reisen eingestellt und war somit nicht schneller als mit konstant 180 km/h unterwegs.

Auf der Suche nach besserer Musik war ich gerade am sortieren bzw. inspizieren meiner Playlists als die Geschwindigkeit urplötzlich auf 130 km/h herabgesetzt wurde. Dies ging leider spurlos an mir vorbei, der „berühmte“ A2-Blitzer in Höhe Helmstedt nutzte somit die Gelegenheit und verewigte mich. Der (leider zu späte) Blick auf mein Head-Up-Display, das mir 130 km/h max anzeigte und daneben die unveränderte Geschwindigkeit die ich aktuell fuhr, ließen mich dort bereits ahnen das dies jetzt nicht unbedingt eine optimale Differenz ist. Aber zumindest hatte ich eine tolle Playlist gefunden.

Dies ist übrigens der Blitzautomat, er scheint überregional bekannt zu sein, mir als ortsfremder Tourist (ich komme übrigens nicht wieder!) sagte er allerdings nichts:

Es dauerte dann auch nicht wirklich lange bis der erste Anhörungsbogen vom zuständigen Amt ins Haus flatterte. Ich habe dann erst einmal Einspruch eingelegt. Denn als ortsfremder und interessierter Besucher, kurz abgelenkt durch die wunderschöne Helmstedter Flora, Fauna und die zugehörigen Sehenswürdigkeiten, so dachte ich, kann man auch auf dem Amt sicherlich Verständnis aufbringen und, unter Erhöhung des Bussgeldes, von einem Fahrverbot absehen.

Leider konnte man diesem Wunsch nicht entsprechen und so flatterte dann einige Zeit später auch der entsprechende Bußgeldbescheid ins Haus:

„Siehe Anlage“ ließ mich hier zuerst aufhorchen. Welche Verstöße hatte ich noch begannen? Ist das durchforsten von Playlists und surfen im Internet im Auto etwa auch schon verboten?

Aber es war tatsächlich nur halb so wild: Man hat mir dort nur nochmal ausführlich dargelegt das man keine Sehenswürdigkeiten hat (jetzt komme ich erst recht nicht wieder!) und das Umland auch nicht unbedingt sehenswert ist. Meinem Wunsch nach Nachsicht konnte somit nicht entsprochen werden. Na schön.

Da die letzte Abgabe meines Führerscheins (ebenfalls ein bedauerliches Versehen in einer Baustelle… lange Geschichte…) schon über 2 Jahre her ist durfte ich somit (wieder) die 4-Monats-Frist in Anspruch nehmen und musste den Führerschein nicht sofort abgeben.

Ich habe mich somit für den Oktober entschieden. Der Sommer ist vorbei, es kommen wieder die guten Games für die Herbstsaison und auch sonst ist es zu dieser Zeit ja eher stürmisch und ungemütlich draußen. Also der ideale Zeitpunkt.

Wie habe ich die 4 Wochen, die sich jetzt langsam dem Ende zuneigen, überstanden? Und wie habe ich meinen Alltag angepasst? Jetzt, wo ganz banale Dinge, die man immer nur mobil gemacht hat, so, erstmal, nicht mehr funktionieren?

Arbeit war hier tatsächlich das kleinste Problem. Ich arbeite im IT-Bereich und kann, Internetzugang vorausgesetzt, überall arbeiten. Kundentermine hatte ich entsprechend verschoben oder, sofern dies nicht möglich war, per Videosession durchgeführt.

Einkaufen war ein größeres Thema. Auch wenn ich sportlich aktiv bin, ich kann ja nun nicht auf dem Fahrrad oder zu Fuß zwei Kästen Wasser transportieren. Oder dafür extra ein Taxi nehmen. Aber ich verstehe nun zumindest die ältere Generation bzw. die Sorte davon die jeden Morgen schon vor Marktöffnung vor der Supermarkttür steht und den Rest des Tages offenbar für den Transport von Lebensmitteln nach Hause einplanen muss. Unschön. Also musste eine Lösung für mich her.

Ich habe somit, probierfreudig wie ich ebenfalls bin, einen Supermarkt-Lieferdienst beauftragt (für die schweren Sachen), über die Erfahrungen damit schreibe ich dann noch einen eigenen Beitrag.

Die restlichen Einkäufe habe ich dann tageweise erledigt, immer ein paar wenige Dinge für den Tag. Normalerweise gehe ich sonst nur wöchentlich einkaufen. Also musste ich mich hier schon ein wenig umgewöhnen.

Kleinere Dinge wie Frisörbesuche, Bankangelegenheiten etc. habe ich dann von der City in den Heimatort verlagert. Kurze Wege. Und ich habe Ecken gesehen und Menschen getroffen die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Also durchaus auch eine positive Seite.

Sport & Freizeit war auch kein Problem. Der Freundeskreis hat Umwege eingelegt und mich abgeholt und zurückgebracht. Haken dran. Auch wenn einige Autos es massiv an Komfort vermissen lassen. Ich weiß somit wieder zu schätzen wie sich eine (funktionierende!) Klimaanlage und Sitzheizung auf einen positiven Tagesstart auswirken können.

Beim letzten Mal hatte ich die 4 Wochen übrigens mit Urlaub kompensiert, das tun wohl die meisten. War diesmal aber leider nicht möglich. Vielleicht beim nächsten Mal.

Wie auch immer man es sieht, 4 Wochen vergehen wirklich schnell und ein Auto ist tatsächlich, für mich, verzichtbar – aber nur wenn es denn sein muss! Nehmt es, sollte es euch erwischen, ein wenig mit Humor, so wie ich es in diesem Beitrag auch getan habe. 🙂

Für mich steht dann als erste Amtshandlung nach Rückerhalt des Führerscheins erstmal die große Autowäsche an. Das Auto ist mittlerweile ziemlich eingestaubt und möchte schnell wieder wie in alten Zeiten glänzen.

Musstet ihr bereits einmal ein Fahrverbot überbrücken? Was habt ihr gemacht oder welche Schwierigkeiten hattet ihr damit?

Bildquelle Vorschaubild

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